Geldanlage – Wohin mit dem lieben Geld?

Die Teuerungsrate in Deutschland könnte schon bald bis auf vier Prozent und mehr steigen. Zwar sollte sie danach auch wieder abflachen. Ein Anstieg hat jedoch Folgen für alle Geldanlagen von Aktien bis Festgeld. Wohin also mit dem lieben Geld?

Geldanlage

Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto

Im vorgenannten Szenario trifft die Geldentwertung vor allem den Teil Ihres Geldes, der nicht gewinnbringend angelegt ist. Dazu gehören Bargeld daheim, auf dem Girokonto oder Tagesgeld mit den aktuellen Mickerzinsen. Von etwaigen Negativzinsen oder Verwahrentgelten wollen wir hier noch gar nicht reden (schreiben). Bei einer Inflation von vier Prozent verliert Ihr Geld entsprechend an Kaufkraft. Von 1.000 Euro am Jahresanfang können Sie sich dann nur noch Dinge im Wert 961,50 Euro leisten. Ihr Geld verliert an Wert!

Eine bestimmte Summe auf dem Girokonto ist natürlich ein Muss. Letztendlich wollen Sie nicht durch regelmäßig wiederkehrende Ausgaben in den Dispo rutschen. Jeder Euro, den Sie dafür nicht benötigen, sollte dann aber in zinsstärkere Geldanlagen stecken.

Tages- und Festgeld unattraktiv

Sie waren jahrelang das Nonplusultra der konservativen Geldanlage. Davon sind Tages- und Festgeld nun aber weit entfernt. Das Tagesgeldkonto bietet aktuell nur noch Zinsen kurz über Null. Insoweit sieht eine Erfolgsrechnung nicht viel anders aus, als beim Girokonto oder dem Bargeld unter dem Kopfkissen. Aber auch das Festgeldkonto bietet derzeit nicht viel mehr. Für kurze Laufzeiten ist es schon ein Erfolg, wenn eine 1 vor dem Komma steht. Lange Laufzeiten, etwa zehn Jahre, sind regelmäßig auch schon bei zwei Prozent ausgereizt. So heißt es also Verluste hinnehmen oder das Risiko erhöhen.

Anleihen – was ist möglich?

Anleihen sind Schuldscheine von Staaten oder Unternehmen. Auch sie gelten als sichere Form der Geldanlage. Allerdings bringen auch kurzfristige Anleihen kreditwürdigen Staaten schon seit Jahren keinen positiven Ertrag. Bei Anleihen „unsicherer“ Staaten tragen Sie für eine immer noch bescheidene Rendite schon ein erhebliches Risiko.

Mittlerweile ist ein Ansteigen der Zinskurve zu beobachten.  Die Zinsen für langfristige Anleihen steigen stärker als für kurzfristig Anleihen. Das ist wiederum auf die wachsende Inflationsangst zurückzuführen. In der Folge ist jedoch wieder mit einer Zinsanhebung der Zentralbanken zu rechnen, um die ausgegebene Geldmenge zu begrenzen und damit die Teuerungsrate wieder zu senken. Steigen aber die Leitzinsen, erwarten Sie aber auch wieder höhere Zinsen auf Tages- und Festgeld.

Etwas besser sieht es bei den Unternehmensanleihen aus. Glauben Sie an ein Unternehmen und dessen Erfolg, können Sie sich durchaus auf die Suche nach einer passenden Anleihe begeben. In Zeiten stagnierender oder leicht fallender Börsen sind auch Aktienanleihen eine sinnvolle Alternative. Allerdings gehen Sie hier auch schon ein ähnliches Risiko, wie beim Aktienkauf ein.

Sind Aktien noch attraktiv?

Die Börsen eilen, trotz Corona-Krise, von einem Rekord zum Nächsten. Die erwartet höhere Inflation hätte hier jedoch keinen direkten Einfluss auf die Börsenkurse. Aktienkurse werden natürlich vom Unternehmenserfolg bestimmt, der wiederum von der Inflation beeinflusst wird. Besser sieht es für Konzerne aus, die mit ihrer Marktmacht die Preise bestimmen können, weil sie vom Verbraucher „immer“ bezahlt werden. So muss sich Apple mit dem iPhone wohl weniger Gedanken wegen der Inflation machen.

Andersherum sind Aktien langfristig immer eine Erfolg versprechende Geldanlage. Für sogenannte Bluechips oder auch Investmentfond oder Index-Zertifikate (ETFs) ist ein Börsencrash langfristig gesehen nur eine Delle im Weg nach oben. Gerade Indexzertifikate könne Sie passend zu Ihren Vorstellungen aussuchen. Glauben Sie an eine Zukunft des Wasserstoffs? Themen wie Gesundheit, Nachhaltigkeit oder Cybersecurity werden wohl auch langfristig eine Rolle in unserem Leben spielen.